Allgemeine Infos zum Bau von mobilen Lautpsrechern

Vorwort

Folgender Text soll Anfängern dabei helfen sich in der Welt des mobilen Boxenbaus zurecht zu finden. Selbst wenn ihr von Lautsprechern, Elektronik, Gehäusebau und allem was dazu gehört keine Ahnung habt, wird euch hier geholfen. Ich habe hier alles von A bis Z erklärt deshalb ist es schon ein bisschen Text geworden. Aber eine gute Motivation wird sich auszahlen. Ihr werdet zum einen eine sehr gute, auf eure Bedürfnisse zugeschnittene Box haben, zum anderen sammelt ihr sehr viel Erfahrung.
Zur Motivation gehört allerdings auch, sich mit einem zukünftigen Projekt schon vor Baubeginn auseinander zu setzen. Es spricht nichts dagegen einfach mal drauf los zu basteln, allerdings braucht man sich dann nicht wundern wenn das Ergebnis nicht ganz so toll ist, wie man sich es erwünscht.
Wenn ihr euer Projekt baut werdet ihr es vielleicht gerade so an einem Wochenende schaffen. An größeren Projekten hockt man mal schnell eine paar Monate. Euch in dem mobilen Boxenbau einzulesen wird euch dagegen nur ein paar Stunden kosten.

So, genug Gerede, jetzt geht es mit der eigentlichen Anleitung los.

 

Ein kleiner Fragebogen zum Einstieg

 

Als erstes muss geklärt werden welchen Grundtyp Box ihr überhaupt wollt. Man hat im Selbstbau die Möglichkeit seine Box sehr individuell zu gestalten und sollte das auch nutzen.
Deshalb solltet ihr für euch folgende einfache Fragen beantworten:

 

  • Wie teuer darfs werden?

  • Habt ihr spezielle Wünsche? Sowas wie: Bierkasten als Gehäuse, schnelle Ladezeiten, oder Wasserresistenz. Hier darf alles genannt werden.

  • Wie wichtig ist Klang? Wenns eine Box wird, die man sowieso nur im Vollrausch dabei hat, ist der Klanganspruch ein ganz anderer, als bei einer Box die das Wohnzimmer beschallen soll.
    - Bei einer Krachbox ist das Gehäuse egal und es sollte ein Chassis mit gutem Wirkungsgrad gewählt werden (später dazu mehr). Bass wird dann allerdings nicht dabei sein.
    - Wenn ihr einen akzeptablen Klang wollt, solltet ihr das Gehäuse berechnen und vielleicht nicht das billigste Chassis verwenden.
    - Bei Hifi-Lautsprechern müsst ihr auf fertige Bausätze zurückgreifen. Denn gute Lautsprecherentwicklung ist als Anfänger unmöglich.

  • Wie laut solls werden? Geht’s um 5 Leute am See oder um 30 Leute die Tanzen wollen?

  • Wie groß darfs werden? Solls in eine Hosentasche oder einen Rucksack passen, ist die Größe sogar komplett egal?

  • Wie schwer darfs werden? Ab einem gewissen Punkt sind Boxen nicht mehr gescheit zu tragen, weil sie zu schwer sind. 30Kg schleppt man nicht mal eben längere Strecken.

  • Wie lange soll die Box durchhalten? Wichtig ist auch, bei welcher Lautstärke ihr das angebt. Denn die hat einen gigantischen Einfluss auf die Laufzeit.

  • Was für Musik soll darauf abgespielt werden? Bei Kuschelrock braucht man natürlich lange nicht so viel Bass, wie bei Dubstep.

 

Auswahl des Grundkonzepts

 

Wenn ihr mit den Fragen durch seid, könnt ihr euch an die Auswahl des Grundkonzepts machen.

 

  • Mono Boxen mit nur einem Kanal werden sehr klein und sind gut zu transportieren. Für kleinere Runden ist die Lautstärke allemal ausreichend

  • Stereo Konzepte sind für mittelgroße Boxen geeignet. Hier hat man am meisten Gestaltungsspielraum. Das beste Preis/Leistungs Verhältnis gibt’s meiner Meinung nach hier.

  • 2.1 Projekte sind besonders laut und auch bei hoher Lautstärke bassstark. Bei kleineren Sachen die noch tragbar sein sollen, oft die falsche Wahl.

 


Hier gilt allerdings das Sprichwort: Alle Wege führen nach Rom. Die Anleitung soll nicht dazu führen, dass alle die gleiche Box haben. Wenn ihr z.B ein sehr kleines 2.1 Projekt wollt, ist das auch möglich, aber mit der ein oder anderen Schwierigkeit verbunden.

 

Wirkungsgrad

 

In diesem allgemeinen Teil möchte ich auch direkt auf den Wirkungsgrad eingehen, denn der Begriff taucht sehr oft auf, weil er sehr wichtig ist.

Der Wirkungsgrad setzt das was man reinsteckt zu dem was raus kommt in ein Verhältnis. Wenn ich in eine normale Glühbirne 100W reinstecke, kommen c.a. 5W Lichtleistung raus. Wenn ich in eine LED 100W reinstecke, kommen da 20W Lichtleistung raus. Wenn ich die Werte durcheinander Teile bekommt man den Wirkungsgrad. Einmal 0,05=5%, bei der LED 0,2=20%. Wenn ich jetzt eine Taschenlampe baue, bei der am Ende 1W Lichtleistung raus kommen sollen, wird der Akku bei der LED 4mal so lange halten.
Bei Verstärkern ist das ganz ähnlich. Ich muss bei einem „guten“ Verstärker 1,25W reinstecken um 1W Musikleistung rauszubekommen. Der Wirkungsgrad ist also 1W/1,25W=0,8=80%. Bei einem „schlechten“ Verstärker liegt der Wirkungsgrad bei c.a. 50%.
Genauso ist es bei den Lautsprechern. Das was ich reinstecke wird in Watt angegeben, das was raus kommt wird in Dezibel (dB) angegeben. Der Visaton BG20 z.B. ist an einem Watt 92db laut. Also 92db/W. Das „/W“ wird oft weggelassen, man sagt: Der BG20 hat einen Wirkungsgrad von 92db.
Mithilfe vom Wirkungsgrad kann man auch berechnen wie laut die Box bei einer bestimmten Leistung ist.
1W - Wirkungsgrad
2W - Wirkungsgrad + 3db
4W - Wirkungsgrad + 6db
8W - Wirkungsgrad + 9db

Wenn mans genau ausrechnen möchte hilft folgende Formel:

Lautstärke = Wirkungsgrad + 10* (log(Wattzahl))

Ein Unterschied von 3db ist gerade so wahrnehmbar.
Ein Unterschied von 6db ist eine deutliche Veränderung der Lautstärke
Ein Unterschied von 10db ist eine subjektive Verdopplung der Lautstärke.
Um die Lautstärke zu verdoppeln muss ich also die zehnfache Leistung reinstecken. Folglich wird der Akku 10 mal so schnell leer.
Deshalb sollte man sich so viel Lautstärke wie möglich von vorn herein durch den Wirkungsgrad holen, denn der kostet keine Akkulaufzeit. Behaltet das immer im Hinterkopf!