Furnieren

Beim Furnieren beklebt man sein Werkstück mit ca 0,5mm dicken Furnierblättern. An sich ist das gar nicht schwer, schließlich muss man beim Lautsprecherbau sowieso leimen. Furnieren ist leicht und sieht wertig aus. Außerdem hat man schon für kleines Geld viele Holzsorten zur Auswahl, von einfachen wie Buche oder Eiche, bis hin zu Indischer Apfel oder Mahagoni. Eine kleine Box bekommt man ohne Probleme für 10€ furniert. Eine gescheite Lackierung mit Spachteln, Grundieren und Lackieren bekommt man für dieses Geld nicht hin.

 

Außerdem ist Furnieren für Anfänger deutlich leichter, besonders die Pressmethode. Anspruchsvoller, aber auch flexibler ist die Bügelmethode.

 

Schaut euch mal bei Designholz.com um. Die haben eine sehr große Auswahl an hochwertigen Furnieren zu einem fairen Preis. Besonders die SaRaiFo (Save the RainForest) Furniere kann ich weiterepfehlen. Die sind aus heimischen, eingefärbten Holz. Damit sind sehr außergewöhnliche Muster möglich. Auf der Rückseite des Furniers ist ein Gewebe, dass das Verleimen um einiges erleichtert.

Bei dem Ebay Verkäufer Elder_Kontor finden einmal die Woche Versteigerungen von Furnier statt. Mit etwas Glück bekommt man hier echte Schnäppchen für 1€.

Pressmethode

Bei der Pressmethode leimt man als erstes eine Seite ein und presst das zu groß geschnittene Furnierstück mit hohem Druck an. Die Methode ist einfach und erfordert keinerlei Erfahrung.

Um den Druck optimal zu verteilen, lege ich auf das Furnier ein Stück Vließ, dann eine Platte Holz. Auf das Holz kommt zu guter Letzt eine Dachlatte. Das Paket kann man dann Verspannen. Es lassen sich immer zwei Seiten gleichzeitig leimen.

Die Druckverteilung und der hohe Anpressdruck sind hier der Schlüssel.

Nach einer Stunde kann man die Zwinge lösen und die überstehenden Kanten abschleifen/abfeilen. Benutzt keine Schliefmaschinen, die nehmen viel zu schnell Material weg. Streift nur nach unten, niemals nach oben, damit sich das Furnier nicht an den Kanten lösen kann. Macht als erstes die Kanten die parallel zur Maserung sind, dann die anderen.

 

Wenn Furnier und Gehäusematerial eine stark unterschiedliche Farbe haben, sollte man die Kanten vorher ganz grob der Farbe des Furniers angleichen. Denn gerade wenn man zum ersten mal furniert können kleine Stellen am Furnier ausreißen, was je nach Farbkombination auffällig sein kann.

Bügelmethode

Bei der Bügelmethode leimt man Werkstück und Furnier ein und lässt anschließend den Leim antrocknen, bis er durchsichtig wird. Dann bügelt man das Furnierstück auf das Werkstück. Man sollte ein Stück Papier unterlegen um Spuren vom Bügeleisen zu vermeiden. Besonders muss man auf die Kanten achten, da sie am stärksten belastet sind. Wenn alles festgebügelt ist, bügelt man das Furnier an den Kanten in einem 45° Winkel nach unten bis es sich an der Kante dunkel verfärbt. Nachdem das Werkstück abgekühlt ist, kann man wie bei der Pressmethode überstehendes Furnier abschleifen.

Mit dieser Methode kann man auch relativ einfach gebogene Flächen Furnieren.

Ölen/Wachsen/Lackieren/Beizen

Da ihr euer Furnier nicht ungeschützt lassen könnt, müsst ihr es noch behandeln. Doch noch vorher solltet ihr es abschleifen, damit es glatt wird. Ich schleife immer mit 120er, 220er und 320er Schleifpapier. Achtet drauf, dass ihr nicht die Kanten schleift. Nehmt am besten einen Schleifklotz zur Hilfe. Beim Schleifen werden aber abstehende Fasern nicht nur abgeschliffen, sonder auch teilweise nur runtergedrückt, besonders bei stumpfen Schleifpapier. Nehmt euch deshalb einen feuchten Lappen (er soll nicht tropfen) und reibt die Box damit ein, dass die Oberfläche ganz leicht feucht wird. Die runtergedrückten Fasern sollten sich jetzt wieder aufstellen. Das spürt man auch. Die kann man jetzt nochmal mit dem 220er und 320er Schleifpapier abschleifen.

 

Jetzt kann man sich an eigentliche Finish machen.

Ich gehe hier nur auf preisgünstige und einfache Methoden ein, jenachdem wie hoch der Anspruch ist, muss man mehr Arbeit reininvstieren.

 

Ölen
Ich persönlich habe schon sehr gute Erfahrungen mit dem Öl "Skydd" von Ikea gemacht. Es ist günstig und gut. Es geht zwar deutlich besser, aber bei einer Box die 50€ kostet schafft man sich eher nicht ein Öl für 25€ an.

Als Budgetlösung kann man auch Oliven oder Sonnenblumenöl nehmen. Die haben allerdings den Nachteil, dass sie nicht komplett austrocknen. Das bedeutet nicht, dass überall Fettflecken entstehen wo man sie hinstellt, aber Schmutz und Staub werden eher angezogen.

Wer ein hochwertiges Öl sucht ist mit Clou Hartwachsöl gut beraten. Da kostet aber die 750ml Dose um die 21€. Damit kommt man aber ein paar Quadratmeter weit.

 

Öl trägt man am besten mit einem Baumwolllappen satt auf. Nach 10min kann man den Überschuss abnehmen. Dann lässt man es 12h trocknen. Je öfter man die Prozdezur wiederholt, desto mehr glänzt das Holz. Ein guter Schliff vorher ist aber ein Muss.

 

Wachs

Wachsen ist ganz ähnlich wie Ölen, allerdings ist Wachs viel Dickflüssiger als Öl. Die Oberfläche wird mit Wachs eher glänzender und glatter.

 

Lackieren
Wenn man eine besonders Schmutzresistente Oberfläche sucht, ist man mit einem Klarlack besonders gut beraten. Denn der verschließt als einziger die Poren des Holzes.

 

Lackieren ist aber ein Thema für sich und nicht in einem Absatz erklärt. Für Anfänger würde ich aber Klarlack aus der Dose empfehlen. Das ist unkompliziert und einfach.

 

Beizen
Beize ist eine Lasur für Holz mit der man die Farbe des Holzes anpassen kann. So kann man leicht Eiche wie Nussbaum aussehen lassen. Auch nicht natürliche Farben wie zb Dunkelgrün können sehr gut aussehen. Auch rohem MDF kann man damit eine ganz neue Optik verpassen.

 

 

Und zu guter letzt noch ein Bild von einer Box die ich zur Hälfte mit dem Öl "Skydd" behandelt habe. Die Verwandlung des Holzes ist einer meiner Lieblingsmomente im Boxenbau. Das Furnier ist übrigens Lacewood Perlholz.