Werkzeug

Eine Oberfräse für 1000€, eine Kreissäge für 500€ und dann noch ein Bandschleifer für 200€. Und dann hat man noch nicht mal Fräser, Sägeblätter und Schleifbänder dabei. Ins Werkzeug kann man extrem viel Geld investieren - oder man lässt es. Denn zum Lautsprecherbau braucht man nur ganz wenig.

Werkzeug - Die Grundausstattung

Zum Lautsprecherbau braucht man eigentlich nur sehr wenig Werkzeug: Schraubenzieher, Laubsäge, Seitenschneider, Flachzange, Schleifpapier, Akkuschrauber und dazugehörige Bohrer. Und das hat wirklich jeder zu Hause.

 

Seinen millimetergenauen Holzzuschnitt bekommt man in Baumarkt (allerdings müssen alle Teile über 10cm groß sein). Den Chassisausschnitt macht man mit der Laubsäge. Beim Zusammenleimen kann man mit allen schweren Dingen den nötigen Druck aufbringen. Schraubzwingen sind aber besser. Eine Schraubzwinge kann ein paar hundert Kilo an Druck erzeugen.

 

Dann schleift man alles ab und lackiert mit der Sprühdose.

 

Einen Lötkolben braucht man für den Zusammenbau noch nicht mal unbedingt. Die meisten Bauteile haben Flachstecker oder Hohlstecker Anschlüsse. Flachstecker kann man mit der Flachzange oder einem schweren Seitenschneider zusammenquetschen. Hohlstecker gibts auch mit Schraubanschlüssen. Als Verteiler kann man einfach Lüsterklemmen nehmen. Löcher für Buchsen und Kabeldurchführungen macht man mit dem Akkuschrauber. Alles Zusammenschrauben - fertig.

Werkzeug - Wenn man mehr als einmal bastelt

Mit dem oben genannten Werkzeug kommt man schon recht weit, wenn man sich aber anschaut, was sonst noch alles möglich ist sind die Möglichkeiten doch recht begrenzt.

Hohe Anforderungen werden nicht an das Werkzeug gestellt. Denn selbst billiges Werkzeug muss es durch z.B. Buche schaffen. MDF/Spanplatte stellt deshalb keine große Herausforderungen an selbst günstiges (nicht zu verwechseln mit billigem) Werkzeug. Wenn man aber öfter damit arbeitet ist es schon sinnvoll etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen. Aber als Anfänger tuts auch das Einsteigermodel der Baumarkt-Hausmarke.

 

Mit einem Lötkolben kann man bessere Verbindungen in der Box herstellen. Auch Platinenlöten ist dann zb möglich. Hohe Leistungen muss der Lötkolben nicht haben. Ich benutze ein Modell mit nur 20W. Das reicht voll und ganz aus. Als Lot würde ich auf jeden Fall welches mit Flussmittel nehmen. Sonst ist das Arbeiten nur mühselig.

 

Mit einer Stichsäge kann man die Ausschnitte schneller machen. Außerdem ist man nicht in der Länge des Schnittes begrenzt. Mit einer Dachlatte als Anschlag kann man auch Platten gerade abschneiden. Wenn man Klebeband auf die Oberseite des Schnittes Klebt ist sogar das Außreißen recht gering.

 

Mit einer Oberfräse eröffnen sich extrem viele neue Möglichkeiten. Mit einem einfachen Fräszirkel kann man die Ausschnitte perfekt rund machen, außerdem kann man Chassis versenken. Mit einem Viertelstabfräser kann man die Kanten verrunden, mit einem Bündigfräser überstehende Kanten schnell und präzise abtrimmen ohne zu schleifen. Mit zwei verschiedenen Kopierhülsen kann man in 5min perfekte Intarsien fräsen, was besonders bei Massivholz sehr gut aussieht. Mit einer einfachen Schablone kann man Fingerzinken und Schwalbenschwänze fräsen. Der Vorteil an der Oberfräse ist, dass man damit Sachen machen kann, die vorher nahezu unmöglich gewesen sind.

 

Ein Bandschleifer erleichtert einem das mühselige Schleifen enorm. Aber seit vorsichtig damit. 2 Sekunden zu lange an einer Stelle und man hat sofort eine Delle drin.

 

Eine kleine Schleifmaus ist auch für viele Projekte hilfreich. Wenn man öfter damit arbeitet kann man auch direkt in einen Schwingschleifer investieren.

 

Eine Kreissäge ist ein Muss wenn man öfter Platten selber zuschneiden will. Eine Kreissäge in Verbindung mit einem Tisch eröffnet auch ganz neue Möglichkeiten, wie z.B. große 30° Fasen.

 

Mit einem Lochschneider für die Bohrmaschine kann man schnell, sauber und präzise Ausschnitte machen.

 

Mit Stechbeiteln kann man präzise Material wegnehmen. Sie sind besonders gut um schlechte Kanten von der Stichsäge nachzuarbeiten.